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Therapeutisches Reiten
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Öffnungszeiten:
Montag und Donnerstag
von 15.00 - 18.00 Uhr Es sind auch andere Termine außerhalb dieser Zeiten möglich.
Erreichbarkeit der Therapeuten:
Nóra Szekeres
Heilpädagogin-Reittherapeutin
06-20-917-0328
nora.szekeres@gmail.com
Kinga Majoross
Klinische Fachpsychologin-Reittherapeutin
06-1-466-5055
majorossk@hotmail.com
Krisztina Tancsics
Krankengymnastin - Hippotherapeutin
06-30-400-3229
Weitere Informationen auf
http://www.lovasterapia.eu/ |
Reiterressort Bellandor
Therapeutisches Reiten

Seit dem 1. Februar 2009 hat der Suttogó (Flüsterer) Reittherapieverband seine Arbeit auf der Reitanlage Bellandor aufgenommen. Alle interessierten Kinder und Erwachsene sind herzlich willkommen!
Beim therapeutischen Reiten kann dem Menschen mit Hilfe der Bewegung und der Gutmütigkeit des Pferdes und durch die Zusammenarbeit mit dem Pferd geholfen werden. Therapeutisches Reiten unterscheidet sich in der Zielsetzung vom traditionellen Reitunterricht. Therapeutisches Reiten kann in folgende Fachbereiche eingeteilt werden: Hippotherapie, heilpädagogisches Reiten und psychotherapeutisches Reiten.
Hippotherapie
Die Hippotherapie (griech. Hippos: Pferd, Therapeia: Behandlung) ist die Bezeichnung für neurophysiologische Gymnastik auf dem Rücken des Pferdes. Der Bewegungsapparat steht im Mittelpunkt dieser Herangehensweise. Die Haltung von Becken, Wirbelsäule und die Muskelspannung können hierdurch positiv beeinflusst werden. Der Patient sitzt auf dem Pferderücken bei Gangart Schritt. Dabei muss er sich neu auspendeln und von dem Physiotherapeuten angeleitete gymnastische Übungen durchführen. Obwohl der physiologische Effekt bei dieser Therapieform im Vordergrund steht, ist auch hier der psychologische Aspekt (Motivation ect.) nicht zu unterschätzen.
Zielgruppe: Menschen mit Bewegungseinschränkungen des Körpers (Spastiken etc.) Haltungsschäden, Haltungsschwächen, Muskelschwächen, Koordinationsprobleme
Die Reittherapeutin für Hippotherapie muss eine Ausbildung als Physiotherapeutin und die Zusatzausbildung Reittherapeutin für Hippotherapie vorweisen können.
Heilpädagogisches Reiten
Hierbei steht die Beziehung zum Pferd und eine individuellen Entwicklungsförderung im Mittelpunkt.
Die Aufgabe des Therapeuten ist es vor allem den konstruktiven Umgang in der „Klient-Pferd-Reittherapeut“- Beziehung zu fördern; dabei wird die Entwicklung von sozialen und persönlichen Fähigkeiten sowie ein positiver Umgang mit der jeweiligen Problematik angestrebt.
Der direkter Umgang mit dem Pferd wird durch Pflegen vor dem Reiten, Übungen beim Führen und auf dem geführten Pferd sowie eigenes Reiten bewirkt. Der Bewegungsrythmus und die Wärme des Pferdes wirken angstlösen und sprechen die Wahrnehmung an. Geschick und Gymnastische Bewegungen werden durch Übungen an der Longe (im Schritt oder Trab) gefördert. Das Gleichgewicht, die Koordination, Kommunikation, Aufmerksamkeit und Ausdauer werden geschult, die Sinne werden vielseitig gereizt. Darüber hinaus können sich Verantwortungsbewusstsein sowie Selbstständigkeit weiterentwickeln.
Anfängliche Befürchtungen sind hierbei schnell überwunden, die Reiter fühlen sich wohl und haben Spaß beim Ausführen der Übungen und Spiele auf dem Pferd. Durch den starken Aufforderungscharakter des Pferdes interagieren die Reiter insgesamt mehr. Sie bekommen langsam immer mehr Vertrauen in das eigene „Steuern“ und erfahren einen Perspektivwechsel.
Die individuelle Planung der Therapie ist abhängig von den Bedürfnissen im Einzelfall. Das Heilpädagogische Reiten kann sowohl mit einem Reiter allein als auch in der Gruppe ausgeführt werden. In Gruppen wird gemeinsam das Pferd vorbereitet und die Spiele durchgeführt. Besonders gut geeignet scheint diese Form für hyperaktive Kinder oder Kinder mit Konzentrationsproblemen zu sein.
Zielgruppe: Menschen mit mentaler Retardierung (Down-Syndrom u.a ), Sinnesschädigungen (z.B Blindheit), Lernschwierigkeiten und Sprachstörungen, anderen Entwicklungsproblemen, Konzentrationsproblemen, Hyperaktivität oder Autismus
Die Reittherapeutin für Heilpädagogisches Reiten muss eine Ausbildung zur Heilpädagogin sowie die Zusatzausbildung zur Reittherapeutin absolviert haben.
Psychotherapeutisches Reiten

Das psychotherapeutische Reiten ist der jüngste Zweig im Therapeutischen Reiten. In Ungarn arbeiten erst zwei Psychologinnen in diesem Beruf. Im Ausland ( Deutschland, Österreich, Italien, Niederlande) wurden jedoch bereits langjährige Erfahrungen mit aussagekräftigen Erfolgen gemacht. Für die Begegnung mit dem Pferd in der Therapie stehen mehrereMöglichkeiten offen: Das Beobachten der Pferde (Verhalten, Pflege, Füttern), die „Bodenarbeit“ mit dem Pferd (Pferd führen, „treiben“ , Arbeit im „round-pen“) sowie das Reiten ( an Longe, eigenständiges Reiten , Ausritt).
Alle Situationen (Probleme, Erlebnisse), welche sich während der Therapiestunde zeigen, werden auf das Leben des Patienten übertragen, professionell hinterfragt sowie analysiert. Anschließend erarbeitet der Reiter gemeinsam mit dem Therapeuten alternative Umgangsformen. Diese werden dann wiederum zuerst am Pferd, anschließend im „richtigen“ Leben angewendet. Das Pferd bietet hierfür eine ideale Hilfe, da es durch eine direkte, klare Reaktion Verhalten sehr gut spiegeln kann.
In dem therapeutischen Dreieck aus Therapeut, Patient und Pferd, agiert das Pferd als Co-Therapeut in folgenden verschiedenen Rollen: Konfrontationsobjekt, Motivator, Begleiter, Belohnung (Pflege, Reiten), Mutter rolle (Weich, warm, geborgen, Sicherheit), Vaterrolle (stark, Dominanz, Energie, Freiheit), „Verhaltens-Spiegel“, Das Es (vgl. Freud), Objekt für Übertragung ohne Gegenübertragung, Tröster und Trainer, soziales Gleitmittel, Kommunikationspartner. Das therapeutische Vorgehen ist immer individuell ausgerichtet. Auch allein zur Stärkung des Selbstbewusstseins, besseren Umgang mit Konflikten lässt sich Psychotherapeutisches Reiten nutzen. Die Vorteile des psychotherapeutischen Reitens bestehen vor allem in der Entwicklung bzw. Steigerung psychischer Funktionen (wie Wahrnehmung, Kognition, Konzentration), von Kontrolle von Verhaltensweisen und Gefühlen, Motivation, Ressourcenmobilisierung, Kommunikationsfähigkeiten, Einfühlungsvermögen und Verantwortungsbewusstsein, Selbstwertgefühl, Selbstvertrauen, Unabhängigkeit und Durchsetzungsvermögen, Persönlichkeitsentwicklung, Verbesserung des allgemeinen Erscheinungsbildes. Darüber hinaus kann therapeutisches Reiten durch seinen starken Erlebnischarakter allgemein therapeutische Prozesse intensiveren und beschleunigen.
Die Therapie kann in Einzel-, Paar- Familien- oder Gruppentherapie sowohl für Kinder als auch für Erwachsene stattfinden. Auch eine Kombination mit anderen Therapieformen (Musik-, Kunst- oder Gesprächstherapie z.B) ist sie denkbar. Die Reittherapeutin für Psychotherapeutisches Reiten muss ein Studium der Psychologie und die Zusatzausbildung zur psychotherapeutischen Reittherapeutin vollzogen haben.
Zielgruppen: Menschen mit Psychischen Problemen: wie Posttraumatische Belastungsstörungen (Missbrauch, Gewalterfahrungen), Depressionen, Psychosomatischen Erkrankungen, Schizophrenie, Ängsten und Panikerkrankungen, Essstörungen, Bindungsstörungen, ADS und ADHS, Menschen in Krisen, unter Druck, Führungsproblemen, Beziehungs-/ emotionalen Problemen (Motivation, Selbstbewusstsein)
Fazit
Insgesamt können Therapeutische Reiten also sehr viele verschiedene Zielgruppen individuell profitieren. Außerdem können so in relativ kurzer Zeit kleine Erfolge auf unterschiedlichen Gebieten erzielt werden. Da eine starke Wechselwirkung zwischen Bewegung und psychischen Bereichen (z.B. der Wahrnehmung) besteht, werden Erfolge in den einzelnen Bereichen noch verstärkt. Bei dem Therapeutischen Reiten auf unserem Hof Bellandor werden alle drei Gebiete des Therapeutischen Reitens angeboten. Darüber hinaus besteht bei dieser Art von Therapie die Möglichkeit, dass die gesamte Familie des Kindes auf dem Hof gemeinsam Urlaubzeit verbringen kann. Dies kann nicht unerhebliche Auswirkungen auf die Therapie haben: Das Erleben von Urlaubs- und Freizeitatmosphäre birgt die Chance, Alltagsroutinen aufzubrechen, dem häuslich-familiären Raum zu entfliehen sowie Sorgen und Stress hinter sich zu lassen. Durch die veränderte Zeitstruktur im Zusammenspiel mit der therapeutischen Arbeit kann sich der Blick auf die Familie ändern. Die Verdichtung im Erleben der Zeit kann therapeutisch wertvolle Veränderungen im Verhalten in kurzer Zeit möglich werden lassen.
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